Tanzperformance

Mo. 18.10.2021 | 20:00

THEaterOben 

Ralf Jaroschinski, Tetsuya Hori

Deutschland/Japan

The (love) Song Book

Premiere

 

Dauer: - min. 

Preis: 24 EUR 

(+ 15% VVK + 1 Euro Systemgebühr)

Musik: Tetsuya Hori

Choreografie: Ralf Jaroschinski

Gesang: Izumi Ose

Tanz: Joshua Haines

„The (love) Song Book“, inspiriert durch alte, japanische Liebesgedichte, vereint auf unkonventionelle Weise Choreografie (Ralf Jaroschinski), Komposition (Tetsuya Hori), Stimme (Izumi Ose) und Tanz (Joshua Haines) und erzeugt damit ungewohnte Bilder von universeller Liebe, Selbstliebe wie auch erotischer Liebe. Zusammengenommen ergeben alle künstlerischen Ebenen und Ausdrucksweisen in diesem Stück eine völlig neuartige, gewagte, teils aberwitzige Bühnensprache, welche die Faszination von ehrlicher Ursprünglichkeit darlegt.

„The (love) Song Book“ fußt auf die gleichnamige Komposition von Tetsuya Hori, der sich für dieses Stück von zeitgenössischer japanischer Liebesdichtung inspirieren ließ. Dabei vertont er die ausgewählten Gedichte nicht nur, vielmehr bearbeitet er sie auf seine eigenwillige, sehr besondere Art und Weise: Ihr Ausdruck findet sich nicht mehr nur im Wort und in der Sprache wieder, auch die kompositorische Form der einzelnen „Songs“ wird durch ihren jeweiligen Inhalt bestimmt.

 

„The (love) Song Book“ lotet verschiedene Arten und Ausformungen der Liebe auf unprätentiöse und unkonventionelle Weise aus, und auch in der japanischen Kultur gewohnte Bilder aus diesem Kontext werden hier ungewohnt eingesetzt und neu interpretiert. Dies Stück zeigt u. A. die universelle Liebe, eine Selbstliebe und auch eine erotische Liebe, in welcher sich ein Mann so sehr nach einer Frau verzehrt, dass er ihr liebend gern sein Leben schenken will, wenn sie ihn nur ebenfalls liebte.

 

Sowohl musikalisch wie choreografisch, gesanglich wie tänzerisch erhalten diese Spielarten der Liebe nun eine neue Bühnenform: So wie die ausgewählten Gedichte der japanischen Avantgarde keine Reimschemen mehr wahren, so halten sich auch die künstlerischen Ausdrucksformen in „The (love) Song Book“ nicht mehr an ein traditionelles Verständnis von Musik und Tanz. Dieser avantgardistische Tanzabend geht ganz wie die Komposition Horis in seiner Darstellungsform und seiner Expressivität innovative Wege.

In dem Maße wie sich die Komposition Tetsuya Horis an keinerlei klassischen Vorgaben mehr hält, entwickelte Ralf Jaroschinski für seine Choreografie ebenfalls ganz neues, nicht vorgefertigtes Schrittmaterial, das die Essenz der Lieder durch originäre Bewegungen darstellt, auf unerwartete Weise mit Horis Musik interagiert und sie eigenwillig aber unterstützend komplementiert. Izumi Ose benutzt in diesem Stück alle Register und Ausdrucksmöglichkeiten ihrer Stimme, bis ihre Performance rohe, unverblümte  Emotion aufweist. Darin steht ihr auch Joshua Haines in nichts nach, er setzt in „The (love) Song Book“ eine Körperlichkeit ein, welche diejenige eines klassischen Bühnentänzers weit übersteigt und von ehrlicher Ursprünglichkeit zeugt.

 

Zusammengenommen ergeben alle künstlerischen Ebenen und Ausdrucksweisen in diesem Stück eine völlig neuartige, gewagte, teils aberwitzige Bühnensprache, die manchem Zuschauer/ mancher Zuschauerin befremdlich erscheinen mag. Da sie das Spiel der Liebenden jedoch als Solches wiedererkennen können, wird sie dies Stück auf seltsame Weise dennoch erreichen, schließlich fasziniert uns an unserer ureigenen Existenz vielleicht nichts so sehr wie die Liebe.

* Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Kempten und der BSG Allgäu im Rahmen des durch das KARI.TANZHAUS durchgeführte Artist.In.Residence.projektes 2021